Samstag, 4. November 2017

Outlander -Tour zu Fuß durch Edinburgh mit Mercant Tours

Durch puren Zufall bin ich via Internet bei Get Your Guide   auf die Outlander-Tour (Kostet umgerechnet 16,03€) durch Edinburghs Old Town gestoßen. Ich dachte ja immer, ich kenne bereits alle Drehort der Serie in Edinburgh. Tja, was soll ich sagen, unser weiblicher Tour-Guide Fred wusste noch viel mehr.
Geschickt hat sie die Geschichte der Stadt mit Diana Gabaldons Romanen und deren Verfilmung als  Serie verknüpft. Wobei Sie beides von einander trennte und mit Fotos der Serie, sowie Textstellen aus den Büchern gekonnt unterstrich.
Dabei kam Geschichtliches nicht zu kurz, wurde aber auch nie zu viel.
Begonnen hat die Tour wie alle Mercant Touren am Marcet Cross, dem Marktplatz, welcher auch heute noch bei wichtigen Nachrichten der Regierung genutzt wird und zwar exakt 3 Tage später als in London.
Nicht weil die Schotten langsamer sind, sondern weil man zur damaligen Zeit genau 3 Tage von London bis Edinburgh zu Pferd brauchte und wie Fred so schön sagte: "Wir Schotten lieben Traditionen!"
Zu Jamies Zeit hätte man hier die Neuigkeiten erfahren und Claire wäre ebenfalls zum Marcet Cross gekommen um einen Führer zu bekommen, der sie zur richtigen Stelle gebracht hätte. Stadtkarten und der Gleichen gab es ja noch nicht. 
Über den Parliament Square an der St. Giles Church vorbei, wurden wir auf die georgiranische Fassade des Parlaments aufmerksam gemacht, dass man nämlich Besichtigen kann (tgl. 10.00-16.00 Uhr), die Fassade versteckt wundervolle Bleiglas Fenster und einen wirklich sehenswerten Saal. Biegt man von der Royal Mile, auf  die kann man rechterhand die Bleiglas Fenster sehen und zwar da wo man bemerkt das man sich auf einer Brücke befindet. Etwas das ich wahnsinnig spannend finde. Es ist einem ja nicht richtig Bewusst das Edinburgh aus unzähligen Brücken besteht, die man meistens nicht bemerkt und die ewig lang sind. Direkt in den Parkplätzen des Parlament Square befindet sich Übrigens ein Grab mit einer winzigen Gedenkplatte, nämlich das vom Prediger John Knox der zu Lebzeiten in der St.Giles Cathedral gepredigt hatte.   
Wir sind direkt am Parlament Square hinter dem Marcet Cross die Treppen hinunter und die Old Fishmarket Close zurück, um wieder zu unserem Ausgangspunkt zu gelangen, dem Parlament Square. Dort haben wir uns die Fassade ungefähr auf Höhe der WS Society angesehen, die ganz kurz in der Serie eingeblendet war, als Roger und Brianna die Schiffsdokumente gesichtet haben. Von dort aus ging es zum Heart Of Midlothian Mosaic, es kennzeichnet den Standort des alten Tolbooth Gefängnisses, dessen Umrisse man ebenfalls sehen kann (die Eckpunkte sind mit goldenen Steinen  im boden eingelassen). Noch heute Spucken die Schotten auf das Herz, was ebenfalls eine alte Tradition ist und auf die Zeit zurück geht in der so viele Unschuldige in Tolbooth inhaftiert waren.

Weiter die Royal Mile hinab traten wir in die Advocates Close, die auch für ihren schönen Blick hinab in die New Town bekannt ist.

Dort machte Fred uns auf die Auster-Muscheln-Schalen über den Türstürzen aufmerksam. Austern waren damals ein arme Leute essen in Edinburgh und die Schalen wurden sehr oft in den Mauern verwendet. Warum das so war? Nun, es war ein mächtiger Schutz gegen Hexenzauber & Magie. Hexen konnten, so der damalige Glaube, nicht über Wasser gehen/schwimmen. De facto konnten diese so das Haus nicht betreten. Weiter ging es zur Anchore Close, in der es zu Jamies Zeiten tatsächlich einen Printer gab, die Close hatte ihren Namen aber von der Taverne die damals ebenfalls in dieser Close war. Die nächste Close (ich bin mir nicht wirklich sicher ob es auch diese war. ) war eine riesen Überraschung in der New Assemibly Close, wurden nämlich die kompletten Markt Szenen gedreht. Wenn es , so hoffe ich, die richtige Close ist , sie liegt jedenfalls wenn ihr die Royal Mile Richtung Castle geht auf der Linkenseite, ziemlich unscheinbar, zwischen Starbucks & Subway. Es ist eine Sackgasse, die direkt auf einen altes Bankgebäude zu führt. Rechterhand habt ihr noch Teile des Floodenwall und linkerhand ist in einem der Fenster ein Kran zu sehen. Wenn das nicht der Fall ist, geht die Closes auf der Seite ab, bis ihr eine mit diesen Merkmalen findet. Gebt mir gerne Bescheid.
Closes tragen den Namen da man diese abschließen konnte. Wynds hingegen konnte man nicht abschließen die hatten oft Nachtwächter.  
Auf der rechten Seite, wir bewegen uns jetzt Richtung Holyroad House, ist direkt vor dem John Knox House einer der Wellhead (Brunnen) zu bewundern, der auf beiden Seiten seltsame Dellen im Stein hat, diese sind durch Hexerei entstanden. An diesem Wellhead holten die Armen ihr Wasser, da dieser nahe der Stadtmauer war. Zu dieser Zeit waren alle Linkshänder automatisch Hexen/Hexer, also wollte man sich beim Wasserpumpen nicht erwischen lassen. Da man aber als Linkshänder in der Rechtenhand weniger Kraft zum Wasserpumpen hatte, nutzte man beide Arme und stellte den Eimer, den man dann ja nicht mehr festhalten konnte, auf das am Brunnen abgestützte linke Bein und das müssen ziemlich viele Menschen getan haben. Keine Ahnung ob es der Wahrheit entspricht, so wurde es uns wenigstens erklärt.


Im Buch hält Claire hier um Wasser zu schöpfen. Direkt vor uns steht jetzt eines der ältesten Häuser Edinburghs das John Knox House in dem auch das StorytellingCenter untergebracht ist. John Knox soll niemals in diesem Haus gelebt haben, auch wenn seine Einrichtung in dieses gebracht wurde. Da er in der St. Giles Cathedral gepredigt hat, wird er auch unmittelbar in deren Nähe gelebt haben. Aber das John Knox House sollte den Modernisierungen der Stadt zum Opfer fallen und das haben findige Bürger verhindert, in dem sie das Gerücht streuten John Knox hätte in diesem Haus gelebt.
Wie war das noch gleich: "Wir Schotten lieben unsere Tradition!"
Ein Stück weiter die Royal Mile hinab, sehen wir rechts natürlich einen der ältesten Pubs in Edinburgh The Worlds End, dieser Name rührt da her, das hier wirklich die Welt für Edinburgh endete, den hier stand die Stadtmauer, auf dem Boden erkennen wir die Eckkanten der Stadttor-Türme, im Pub finden sich im Barbereich einige Zeichnungen dazu. Ich persönlich liebe The Worlds End, es gibt tolles Essen mit normalen Preisen und eine riesige Whisky Auswahl. Allerdings sollte man einen Platz vorbuchen, sonst bekommt man vermutlich keinen! 


 Ein ganzes Stück weiter sehen wir auf der linken Seite Tolbooth Tavern mit seinem hübschen Uhrenturm. Wenn ihr davor steht und rechts am Uhrenturm die Wand entlang blickt könnt ihr jede Menge Austern im Mauerwerk sehen.

Auf der rechten Seite kommt die Bakehouse Close, wo der Printshop von Jamie gedreht wurde und einige Strassenszenen. Steht man vor der gewissen Treppe und dreht sich zur Mauer um, seht ihr den Durchgang zu einem Innenhof, in jener Mauer. Dort wurden die Szenen zu einem gewissen Etablissement von Madam Jeanne gedreht. 
Zurück auf der Royal Mile begeben wir uns auf die Linkeseite und wagen einen Blick in die bezaubernden Gärten von Dunbar's Close, bevor wir ein Stück weiter zur Whithorse Close mit ihren tollen Tudor-Häusern gehen. 

Im Buch steigt Claire genau hier aus ihrer Kutsche, so wie alle dies in Jamies Jahrhundert getan hätten. Denn hier waren die Stallungen und die Kutschen untergebracht.

Zitat Buch:"Schließlich rollte die Kutsche in den Hof hinter Boyd's Whithorse, am Ende der Royal Mile..."

Die Führung endete direkt vor dem Holyroad House, das immer einen Besuch wert ist. Wir haben Freds Empfehlung befolgt und waren im Holyroad Glashouse, einem Gewächshaus. Dort findet ihr leckeren Tee, Scones und unbeschreiblich göttliche Pumpkin Cinemone Muffins.
Ich würde diese Führung jeder Zeit wiederholen, so schön und wissenswert war sie.
Eure Pia 
                                  
PS: 
-Die Tour könnt Ihr über Get Your Guide  buchen. Oder direkt bei Mercat Tours, deren Ghost Tours in die Southstreet Vaults kann ich Euch auch nur wärmstens empfehlen! 
-Kosten ca. 16,03€ je nach dem wie der Wechselkurs gerade liegt. 
-Dauer ca. 2 Stunden. Gutes Schuhwerk sei empfohlen - wie eigentlich überall in Schottland, da Kopfsteinpflaster und Unebenheiten gang und gebe sind- man sollte also nicht gerade Fußkrank sein. Was aber nicht heißt, dass man gehetzt wird! 

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